Vereinsgeschichte

Die bisherige Geschichte des Fränkischen Feldbahnmuseums

Ein Urlaub in Österreich führte für den elfjährigen Jürgen Wening zum ersten Kontakt mit einer Schmalspurbahn. Nachdem er bisher nur die normalspurigen „großen“ Eisenbahnen kannte, war die „kleine“ Pinzgauer Lokalbahn für ihn eine äußerst faszinierende Sache.

Wieder zu Hause, berichtete er seinem Freund Harald Trenner davon.

In deren Nähe gab es die schon jahrelang stillgelegte Feldbahn im Tonwerk Lichtenau. Die Beiden entdeckten die noch vorhandene Feldbahn im Jahr 1981. Immer häufiger besuchten die Beiden das Unternehmen mit dem Fahrrad, und erforschten und erkundeten die Überreste dieses Feldbahnbetriebes. Es gab u. a. noch die schöne Strecke und die zwei Lokomotiven. Beide Jungen infizierten sich dabei mit dem „Feldbahnvirus“.

Beide träumten von einer eigenen Feldbahn und wollten die Anlage vor der Verschrottung und Zerstörung bewahren.

Die beiden Diesellokomotiven der Ziegelei sollten nach dem Ende der Produktion verschrottet werden. Der nun zwölfjährige Jürgen bekam eine der Loks zum Kauf vom Tonwerk Ansbach, angeboten. Er stimmte dem Kaufpreis i. H. v. DM 700.- für die Deutz-Lokomotive des Typs OMZ 117 mit der Fabriknummer 33333/40 zu.

Nachdem die ihn erziehenden Großeltern davon erfuhren, machten sie den Kaufvertrag rückgängig und die beiden Maschinen gingen trotz guten Allgemeinzustandes den Weg des alten Eisens. Dieses Ereignis prägte das weitere Leben des jungen Feldbahnfreundes.

In der weiteren Umgebung gab es noch die Reste vieler Feldbahnbetriebe, die von Harald und Jürgen besucht und erforscht wurden.

Von den meisten ehemaligen Streckennetzen waren nur noch traurige Reste übrig. Nur die Ziegelei Schöller in Gollhofen betrieb noch eine Feldbahn.

Die Feldbahnen drohten immer mehr in Vergessenheit zu geraten und die Menschen, die sie aktiv erlebten, wurden und werden auch immer weniger.

Recherchen, Dokumentationen und Besuche waren damals schon von großer Bedeutung.

Zu Beginn der achtziger Jahre wurden Feldbahnen in der Literatur und unter den Eisenbahnfreunden immer bekannter. Das Buch „Feldbahnen in Deutschland“ von Dierk Lawrenz und die aktuellen Beschreibungen in der „Eisenbahn Illustrierten“ machten auf weitere Betriebe neugierig, die dann auch besucht wurden.

Mit 17 Jahren kaufte Jürgen Wening seine erste Feldbahnlok. Vorher hatte er schon eine Weiche erworben und aus der Tongrube des Tonwerks Lichtenau geborgen.

1988 bekamen Harald und Jürgen ein Grundstück in Wicklesgreuth zur Verfügung gestellt. Darauf bauten sie einen kleinen Feldbahn-Rundkurs. Besonders bei der jährlichen Kirchweih erfreute sich diese Anlage bei der Bevölkerung großer Beliebtheit, die gerne an den angebotenen Fahrten teilnahm. Immer mehr Lokomotiven und Loren bereicherten die Sammlung. Außerdem wurde ein provisorischer Lokschuppen aus Altschwellen gebaut.

Diese Anlage existierte bis 1994, dann musste das Grundstück geräumt werden, weil es zum Verkauf und zur Bebauung vorgesehen war.

Es kamen weitere Feldbahninteressierte dazu, die dann die „IG Historische Feldbahn Franken“ gründeten. Diese Interessensgemeinschaft entwickelte ein Konzept für ein Feldbahnmuseum und schickte es an etwa dreißig Gemeinden in Franken.

Drei Kommunen bekundeten ihr Interesse. Die IG entschied sich, nicht nur aus landschaftlichen Gründen, für Rügland. Die dortige Flurbereinigung ließ ein Grundstück zu, dessen Form und Größe genau den Bedürfnissen des zukünftigen Museums entsprach.

Damit zeigte die Gemeinde Rügland ein deutliches und vorbildliches Entgegenkommen für das Museum. Diese gute Zusammenarbeit setzt sich bis heute fort. Wir sind daher der Gemeinde Rügland sehr dankbar.

2002 wurde der Verein „Fränkisches Feldbahnmuseum“ gegründet und als Verein ins Vereinsregister  eingetragen.

Seit 2007 ist der vierständige Lokschuppen fertig gestellt und bietet den immer mehr werdenden Museumsfahrzeugen einen geschützten und trockenen Stellplatz.

Nun befinden sich die Gleisanlagen vor und neben dem Lokschuppen im Aufbau.

Zahlreiche historische Fahrzeuge wurden restauriert. Viele Lokomotiven und Loren ergänzen nun die Sammlung und warten auf ihre Aufarbeitung.

Ein umfangreiches Archiv wurde erstellt, damit die Zeit der Feldbahnen dokumentiert werden kann.

Die Arbeit wird nicht weniger. Daher suchen wir immer fleißige Hände, die unsere Arbeit unterstützen.